Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es gibt in Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz eine große Vielfalt an unterschiedlichen Besuchsregelungen für Familien und Besucherinnen und Besuchern. Allgemeine Besuchszeiten, schriftliche Unterlagen für Familienangehörige, Abhaltung von Familienbetreuungskonferenzen zur Überprüfung der Behandlungsziele und offene Visiten werden scheinbar sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche Intensivstationen lassen Jugendliche ab 16 Jahren zu, andere ab 12 Jahren oder schränken den Besuch komplett oder gar nicht ein.  

Wir haben deshalb im Herbst 2019 eine Befragung zu den Themen familienfreundliche Intensivstation, Besuchszeitenregelung und Kinder und Jugendliche als Besucherinnen und Besucher auf Intensivstationen durchgeführt. Die Studienteilnahme galt für Intensivstationen und IMC aller Altersstufen inkl. Neonatologie, Pädiatrie und Erwachsenenversorgung in Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz und richtete sich an alle Berufsgruppen.

Das internationale ICU-Families & Kids Forschungsteam unter der Leitung von Maria Brauchle kooperiert(e) hierbei mit der World Federation of Societies of Intensive and Critical Care Medicine (WFSICCM). Bei der Umfrage wurden wir von Fachorganisationen wie der Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin und Allgemeine Intensiv- und Notfallmedizin (ÖGIAIN), der Deutsche Gesellschaft für Intensivmedizin (DIVI) und der Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) unterstützt.

Die Ergebnisse sind mittlerweile publiziert worden:
Brauchle M, Nydahl P, Pregartner G, Hoffmann M, Jeitziner MM. Practice of family-centred care in intensive care units before the COVID-19-pandemic: A cross-sectional analysis in German-speaking countries. Intensive Crit Care Nurs. 2022 Feb;68:103139

Kurz zusammengefasst:
Die Befragung von 385 Fachpersonen auf deutschsprachigen Intensivstationen in der Zeit vor der Covidpandemie zeigte, dass die Mehrzahl der teilnehmenden Intensivstationen Angehörige willkommen heißt, Besuchszeiten liberal handhabt und auch Kinder als Besucher zugelassen werden. Es konnten Unterschiede in den Regelungen zwischen den teilnehmenden Ländern, aber auch der Kinder- und Erwachsenenversorgung identifiziert werden, die am ehesten auf kulturelle denn auf medizinische Unterschiede zurückzuführen sind.
Weitere Veröffentlichungen sind in Vorbereitung.

Ihr ICU-Families & Kids Forschungsteam
Maria Brauchle (Österreich), Magdalena Hoffmann (Österreich), Gudrun Pregartner (Österreich) Marie-Madlen Jeitziner (Schweiz) und Peter Nydahl (Deutschland)
 

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